Brand- und Feuerschutzabschlüsse

Zweck
Brand- oder Feuerschutztüren sind selbstschließende Abschlüsse, die im eingebauten Zustand den Durchtritt von Feuer verhindern sollen.


Normen

Sie sind geprüft und bauaufsichtlich zugelassen nach EN 1634-1 und DIN 4102-5.


Ausführungen

Brandschutztüren gibt es aus Stahl als vollflächige Türen oder als Rohrrahmentüren mit Glasfüllung. Im repräsentativen Bereich werden heute aber hauptsächlich Holztüren eingesetzt.


Prüfung

Dauerfunktionstest mit 200.000 Öffnungszyklen. Brandversuch in der jeweiligen Feuerwiderstandsklasse bei band- und bandgegenseitiger Montage. Nach bestandener Prüfung kann der Hersteller die bauaufsichtliche Zulassung beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) beantragen.


Kennzeichnung der Tür

Brandschutztüren müssen durch das Zulassungsschild gekennzeichnet sein. Wesentliche Inhalte des Schildes sind:
  • Tür mit DIN und T-Angabe (Feuerwiderstandsklasse)
  • Name des Herstellers mit Herstellerkennzeichen
  • Überwachungszeichen "Ü"
  • Herstellungsjahr

Türen ohne Zulassungsschild sind keine Brandschutztüren im Sinne des Gesetzgebers.

Bitte Beachten
Türen und Zargen bilden eine Einheit Brandschutztür und sind nur zusammen zugelassen. Wichtig ist hierbei auch die korrekte Montage der Zarge nach Einbauanleitung.

Mit den Türen muss eine Einbauanleitung ausgeliefert werden. Der Zulassungsbescheid sollte dem Kunden ebenfalls übergeben werden. Darin ist enthalten, welche Beschlagelemente alternativ eingesetzt werden können. Sind hier DIN-Angaben enthalten, können Beschlagelemente nach der jeweiligen Norm von einem beliebigen Hersteller verwendet werden. Sind Produkte einzelner Hersteller angegeben, müssen ausschließlich diese Produkte eingesetzt werden.


Wartung

Basierend auf Empfehlung eines Arbeitspapiers des Arbeitskreises Feuerschutz (AKF) sollten folgende Wartungsintervalle eingehalten werden:

  • nach 50.000 Begehungen
  • spätestens einem Jahr
  • spätestens bei einer Funktionsunterbrechung

 

Manche Gebäude sind Bauten besonderer Art und Nutzung. Auf einige dieser Bauten trifft die in manchen Bundesländern geltende Hausprüfordnung zu. Hierin sind Wartungsangaben zu Schließmitteln an Brandschutztüren enthalten.


Zulässige Änderungen an Feuerschutzabschlüssen

An Feuerschutzabschlüssen dürfen nur wenige zulässige Änderungen nachträglich erfolgen. Was zulässig ist, richtet sich nach dem Zulassungsdatum des Feuerschutzabschlusses.

  • Für alle vor dem 31.12.2009 zugelassenen Abschlüsse gilt weiterhin die in den "Mitteilungen des DIBt" (27. Jg. Nr. 1, vom 01.02.1996, S. 5) veröffentlichte Fassung vom Juni 1995.
  • Für alle nach dem 01.01.2010 zugelassenen Feuerschutzabschlüsse gilt die neue Fassung vom 01.12.2009. Die "Zulässigen Änderungen" werden künftig noch deutlicher auf den jeweiligen Feuerschutzabschluss abgestimmt und deshalb als Anlage ein Bestandteil der jeweiligen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung.

 

Die wichtigsten zulassungskonformen Änderungen und Ergänzungen am Verwendungsort:
  • Anbringung von Kontakten, z. B. Magnetkontakte und Schließblechkontakte (Riegelkontakte) zur Verschlussüberwachung, sofern sie aufgesetzt oder in vorhandene Aussparungen eingesetzt werden können.
  • Führung von Kabeln auf dem Türblatt (dies schließt eine Bohrung - Ø ≤ 10 mm - von einer Türblattkante oder -oberfläche in die Schlosstasche ein).
  • Austausch des Schlosses durch geeignetes, selbst verriegelndes Schloss mit Falle1, sofern dieses Schloss in die vorhandene Schlosstasche eingebaut werden kann und Veränderungen am Schließblech und am Türblatt nicht erforderlich werden. Anzahl und Lage der Verriegelungspunkte müssen eingehalten werden.
  • Anbringung von Halteplatten für Haftmagnete von Feststellanlagen an den im Türblatt vorhandenen Befestigungspunkten.

Die wichtigsten Änderungen die nicht am Verwendungsort durchgeführt werden dürfen:

  • Nachträglicher Einbau eines elektrischen Türöffners.
  • Nachträglicher Einbau von Blockschlössern.
  • Nachträglicher Einbau von zusätzlichen Schlössern.
  • Nachträglicher Einbau von zusätzlichen Sicherungsstiften.
  • Nachträgliche Führung von Kabeln im Türblatt soweit keine Leerrohre vorbereitet sind.

Beim Austausch eines vorhandenen elektrischen Türöffners ist zu berücksichtigen:

  • Gültiges allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis
  • Keine mechanische Entriegelung zulässig
  • Keine elektronische Dauerentriegelung ohne Sicherung durch Rauchmelder
  • Material: Stahl

Sollte einer der oben aufgeführten Punkte trotz Verbot ausgeführt werden, begeht der Ausführende eine Ordnungswidrigkeit, im Schadensfalle eine gemeingefährliche Straftat - hier als Delikt Baugefährdung. Von Bedeutung ist hier StGB § 319, Abs. 2. Im Schadensfall drohen hierbei Haftstrafen bis zu 5 Jahren.


StGB § 319 Baugefährdung, Abs. 2 (Stand 01.04.1999)

Ebenso wird bestraft, wer in Ausübung seines Berufes oder Gewerbes bei der Planung, Leitung oder Ausführung eines Vorhabens, technische Einrichtungen in ein Bauwerk einzubauen oder eingebaute Einrichtungen dieser Art zu ändern, gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik verstößt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen gefährdet.

 

 

 

Aktuelle amtliche Miteilungen des DIBt finden Sie hier:

http://www.dibt.de/de/Service/Amtliche_Mitteilungen.html